
2. Teil
Im Wandel der Zeit...
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>Hallo, ist hier noch frei? Hallo?> Eine witzige ältere Dame stand vor Milla und lächelte
sie an. >Äh wie? Oh sorry, klar ist hier noch frei.< >Das ist schön,hier sitzen wir gut.
Ich bin übrigens Justine plapperte sie drauflos.< >Fein und ich heiße Milla.<
Sie machte es sich einigermaßen gemütlich, verstaute unzählige Taschen und Beutel
und saß schließlich ganz zufrieden neben Milla. >Hab ich dich geweckt?< >Nein, nein ich
hab nur ein wenig nachgedacht.< Justine, eine Frau ich schätze mal so um die
sechzig, kunterbuntgekleidet und sie sagt ganz banal du zu mir, ob ich sie auch so ansprechen kann.
Ich machs einfach was solls. >Schlafen kann ich noch genug, ich fahr länger,< nahm Milla das Gespräch
auf. >Wohin fährst du?< >Hmm, du wirst es eh nicht glauben, ich fahre nach Rom, ja Rom
mit der Bahn.< >Wie geil ist das denn, ich fahre auch nach Rom, zwei Verrückte halt würd
ich mal sagen. Ich bin mit einer Freundin in Rom, sie fliegt ich fahre Bahn. Keine zehn
Pferde kriegen mich wieder in so ein Flugzeug, ich pflüge lieber am Boden durch die Lande.
Hast du auch so Probleme mit dem Fliegen Milla?< >Ja ein wenig schon, jedenfalls zur Zeit.
Ich wollte mal meine Ruhe haben und nutze einen Auftrag um in Rom einige, wenn auch
kurze Stunden, zu verbringen.> <Ich dachte 21 Stunden Bahnfahren, hat doch was. Das
gefällt mir ausgesprochen gut, wir werden eine schöne Reise haben, ich habe zu essen dabei
was soll schiefgehen.< >Ich hab auch einiges an Proviant dabei.< >Dann machen wir
später hier ein Picknick, gell< versprach Justine. >Wir haben nur zwei Umsteiger, einmal gleich
in Dortmund dann erst heute Abend 21.00 Uhr in München und dann geht’s in eins durch.<
.
.
Langsam entwickelte sich ein richtig nettes, vertrautes Gespräch zwischen den Beiden. <Du
hast vorhin über etwas sehr unangenehmes nachgedacht?> >Nein im Grunde über etwas sehr
schönes, etwas einzigartiges mit allerdings schlechtem Ausgang.
< >Magst du erzählen?< fragte Justine. >Oh nee, ich kann dir doch hier nicht meine
Lebensgeschichte erzählen, außerdem ist es keine schöne Geschichte.
< >Hmm...< Justine setzte sich gerade, >manchmal kommen zwei Menschen an einem
Ort zusammen und reden, reden einfach drauflos. Es ist der richtige Moment, es ist der
richtige Ort, es ist der richtige Mensch und alles wird gut.
Versuchs doch mal. Woran hast du gedacht?< >Puh, an einen Mann, an meinen Ex.<
.
.
<Oje oje> Justine sprang auf und ich hatte das Gefühl sie hüpft in alle Richtungen
gleichzeitig, sie raffte alle Beutel und Taschen und trieb mich dann ebenfalls an aufzubrechen.
> unser Umsteiger, oje das schaffen wir bestimmt nicht mehr< >keine Sorge das schaffen
wir, der Zug fährt nicht ohne uns.< Wie zwei Furien verließen wir den Zug und sprangen
gegenüber in den nächsten Zug. Na das kann ja lustig werden, dachte Milla und verstaute
ihr Gepäck. Nachdem sie sich einigermaßen eingerichtet hatten, nahm Justine, hartnäckig
wie sie war, das Gespräch gleich wieder auf. >Es geht um einen Mann?> >Ja ein wenig schon,
nicht nur, es geht um mein Leben die vergangenen zehn Jahre, ich war ganz oben und
kurze Zeit später ganz unten, soweit unten tiefer geht es nicht. Es ist so viel passiert und
doch scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Irgendwie fehlen mir diese zehn Jahre und
hier hab ich mir vorgenommen, ich bekomme sie nachgeliefert und das in einer wunderbaren
glücklichen Form, nur wie komme ich dahin, frage ich mich die ganze Zeit.< >Alles begann
wohl mit einem Mann?< >Ja, kann man so sagen, es war eine große einzigartige Liebe, nur
hab ich irgendwie alles falsch interpretiert und dann versemmelt, würde ich mal so sagen.<
>Du hast alles durch die rosarote Brille gesehen, denk ich mir< >Rosarote Brille? Hmm
dunkelrot und Meter auf Meter groß würde ich das nennen, aber es war schon phantastisch
und ich habe auch viel bekommen.> >Erzähl doch mal, was für ein Mann war das denn.<
>Heute sage ich , ich habe ihn nicht wirklich gekannt oder erkannt. Damals als ich ihn
kennenlernte und die ersten Jahre war er für mich etwas ganz besonders, halt der Traummann
irgendwie auf irgendeine Art und Weise, ok ich will ihn dir mal beschreiben.
Also er war damals 24, ja ich weiß was du jetzt denkst,< >Nee, nee ich denk mal noch gar nichts.<
>Er ist so ca. 180 groß, keine Haare auf dem Kopf, manchmal mit einem 3 Tage-Bart, eine Brille
verleiht ihm ein intellektuelles Aussehen. Er hat mitunter einen leicht bösen Blick, normale
Statur, kräftig gebaut. Merkwürdige Eigenarten hatte er schon, so hatte er ständig sein
Telefon in der Hand oder am Ohr, er schreitet sehr bestimmt und energisch einher und
er ist ständig am essen und trinken, egal wo er geht und steht. Er ist ungeduldig bzw.
wenig einfühlsam wenn es nicht nach seinen Wünschen geht. Ey und er braucht immer
alles ständig vorgeplant und durchgeplant vor Augen, was schon manchmal nervt.
Immer diese Aussagen dann, dieses wie und wann und dann, weißt wie ich mein?. Was
bedeutet, er trägt nach Außen immer eine Spontanität zur Schau und sicher besitzt er
diese auch, jedoch lebt er sein Leben minutiös geplant. Auch denkt er immer und ständig
man durchschaut ihn nicht, dabei durchschaust du ihn immer und jederzeit. Manchmal
musste ich echt schmunzeln, weil mitunter war es echt der Witz. Kümmert sich
ansonsten wenig um seine eigenen Bedürfnisse, kleidet sich extrem kopflos, planlos,
ist ihm halt wurscht.
Er antwortet selten auf konkrete Fragen, er übergeht sie ständig und immer. Er ist ein
sehr sozialer Mensch, kümmert sich gerne um andere und vergisst sich selbst oftmals dabei.
Auch muss ich sagen, dass er ein sehr guter Zuhörer ist, i hope er hat immer zugehört.
Das positivste an ihm war jedoch, er liebt wie kein zweiter, hinter seiner harten äußeren
Schale verbirgt sich ein verletzlicher liebevoller Mensch. Ebenso ist er sehr vorbelastet,
er kann in einer Beziehung nicht wirklich loslassen und zu 100% in eine Partnerschaft
einsteigen. Er hat einen Traum, eine fantastische Beziehung, Familie und alles ist gut.
Doch er bringt die Zutaten seinerseits nicht mit. Er hat viele Freunde, aber wirkliche Freunde
glaube ich eher ganz wenig, wenn nicht nur gar einen oder zwei.< Na, da kann ich mir ja
schon direkt was drunter vorstellen,< antwortete Justine gedankenverloren. >Das sind so
meine Eindrücke gewesen, ich sag dir ein Mensch mit Ecken und Kanten, doch ich habe
jede Ecke und Kante geliebt. Es gibt zwei Dinge in seinem Leben, die ich mal als extrem
schlecht bezeichnen würde, das ist zum einen die Arbeit, welche immer an erster Stelle
in seinem Leben steht und zum anderen die, ja ich kann das heute sagen, Unzuverlässigkeit,
er sagt er macht und er macht nie. Beziehung ist für mich, den anderen so glücklich zu machen
wie nur eben geht und beiderseitiges Vertrauen, blindes Vertrauen, heute weiß ich das
kann er nicht geben, jedenfalls nicht mir. Heute weiß ich aber auch ich habe ihn schon
extrem malträtiert und dadurch vieles ausgelöst und festgehalten.
Heute tut mir das extrem leid, ich habe sehr viele Fehler gemacht.<
>Na das scheint ja doch ein sehr spezieller Typ zu sein, aber immer noch besser als so
einen Langweiler an deiner Seite< >Ja stimmt, nur wenn ich so zurück blicke, ich bin
schon das krasse Gegenteil von ihm. So plane ich wenig, außer Arzttermine und manchmal
Freunde treffen, ich muss auch nicht immer so minutiös alles wissen, manchmal ist es
halt einfach so wie es ist. Er durchlebt Phasen die habe ich längst hinter mir, und seinen
Weg zum Ziel bin ich längst gegangen. Bei der Arbeit, bin ich eher so ein Visionär, ich
plane immer neues und hänge mich dann voll rein, ich denke nie an Profite oder finanzielle
Erfolge, klar brauch ich was zum Leben, das hab ich auch vor Augen, aber sonst.... ist
Arbeit nicht das wichtigste in meinem Leben, da gibt es immer noch so ein paar Sachen
die wichtiger sind. Ja... und... ich bin halt sehr zuverlässig, wenn ich was sage, dann ist
es auch so, oder ich sag dann halt nichts und wenn ich sag ich komme um 8.00 dann bin
ich auch um 8.00 da, ohne wenn und aber.< >Sicher der große Altersunterschied und
die verschiedenen Welten> murmelte Justine wieder vor sich hin. >Sicher der Hauptgrund,
weil einen Menschen der seinen Weg erfolgreich gegangen ist, den erziehst du nicht mehr
um. Vergeblich. Nicht schön und manchmal auch verletzend, dass er mich oft in eine
andere Schublade gesteckt hat und mein wahres Wesen nie so wirklich erkannt hat.
Seine Erfahrungen mit anderen Frauen hat er oftmals auf mich projiziert und das hat
mich meistens sehr ratlos gemacht. Ich hab keine Ahnung wie gut oder wie schlecht
er mich wirklich gekannt hat.< >Wir haben uns vor einigen Jahren, für die damalige
Zeit, auf eine recht schräge Art kennengelernt und mich hat es verrissen, ich war einfach
verknallt, wie ein Teenie und später einmal wurde mir klar, ich liebte diesen Menschen
ohne wenn und aber. Mein Kopf war völlig out of order und mein Herz hatte das Sagen
übernommen. Wir hatten zwei wunderbare Jahre, zwar eine Fernbeziehung mit immer
nur am Wochenende sehen und so... aber wir telefonierten täglich und schrieben uns
und diese geschriebenen Worte waren die innigsten und intensivsten Worte die ich
jemals ausgetauscht habe. Kurz gesagt wir liebten ohne Ende und alles schien zunächst
gut.
>Langsam, zunächst ganz klein und harmlos, zogen die ersten Wolken über uns auf. Es gab
die ersten Streitigkeiten und aus diesen Auseinandersetzungen entsprang ein immer währendes
Thema, sein Vorwurf gegen mich war immer der Gleiche
– du bewegst dich nicht, du machst nicht du tust nicht - . Klar hab ich mich nicht bewegt,
mir fehlten einfach gewisse Grundpfeiler in dieser Beziehung, Sachen wie Vertrauen, Zuverlässigkeit
und auch die Ernsthaftigkeit für eine Beziehung. Es war alles so einseitig, ich hatte immer das Gefühl
für ihn ist es eine nette Episode ohne jedwede Verpflichtung.<
Milla lehnte sich zurück und dachte an das schlimme Gespräch mit Phil.
>Milla, Milla komm doch mal in die Küche, wir müssen reden> brüllte Phil durchs Haus.
>Was gibt es schönes?< >Ich denke mal weniger schön, es geht um diesen Typen. <
>Typen? Du meinst doch nicht Matteo?< >Doch genau den, ich kriege da langsam
extreme Kopfschmerzen, da läuft doch was ausführlich schief.< > Was läuft da schief?<
fragte Milla zaghaft. > Dieser Vogel tut dir einfach nicht gut, er macht dich fertig und völlig
alle, er haut in dein Leben wie in einen Dreckshaufen. Schau doch mal, was ist das für eine
Beziehung? Ihr seht euch an den Wochenenden, was ja zunächst ok ist, aber bei euch ist
doch alles einseitig, er läuft hier wie selbstverständlich auf und hat er dich jemals, ein
einziges Mal zu sich eingeladen? Hast du ihn je besucht? Du kennst seine Verhältnisse
nicht ansatzweise, er will dich nicht in seinem Leben da unten haben, merkst du das denn
nicht?< >Was brüllst du mich so an, das ist doch alles nicht so wichtig. Ja... ich weiß es
ja, mir kommt es auch schon merkwürdig vor, ich habe es auch schon mehrfach thematisiert,
aber es kommt immer nur zu heftigen Streits deswegen.< >Wie der streitet auch noch
deswegen, der Armleuchter soll sich warm anziehen ich könnte dem die Fresse polieren.
Kannst dich noch erinnern wie er das erste Mal hier auflief? Ich dachte mich haut es weg,
ich dachte es ist eine Episode, eine Laune, was weiß ich.< >Wie auflief, wie meinst du das,
er war doch nett und freundlich.< >Milla, ich hab doch Augen im Kopf, sein Aufzug Glatze,
Springerstiefel und Bomberjacke, das war doch provozierend hoch zehn und genau das
wollte er doch.<>Was wollte er? Mich provozieren?< >Ja er wollte dich reizen und dumm
aussehen lassen. Dann dieses Kotzgelabere, große Klappe bis zum Anschlag und null,
ich sag dir null Stil und Lebenserfahrungen, aber ich hab auch wenig von so einem
Jüngelchen erwartet. Das ist nicht dein Stil Kleine, absolut nicht. Wo kommt der her?
Aus welchen Verhältnissen, wie lebt er? Was hat er und was macht er? Das weißt du doch
nicht annähernd. < >Phil jetzt schreie doch nicht so eklig, ja ja du hast ja recht er mauert
um alles was seine Person betrifft, aber Phil was soll ich tun? Ich liebe diesen Menschen
über alles.< >Ich merke doch wie du immer mehr abbaust, wie die ganze Situation an
dir zerrt, du gibst einfach alles und er gibt nichts, nothing nada. Willst du ewig so weiter
machen, das läuft jetzt zwei Jahre und dieser Vogel nimmt und nimmt und gibt dir nichts
zurück. Das ist doch keine Liebe, das ist Folter.< >Er drängt mich ständig und wir streiten
inzwischen täglich über das Thema zusammenziehen, ich kann aber nicht mit ihm zusammenziehen,
genau aus den Gründen, nicht ich bewege mich nicht, du weißt ich bin
ein Mensch der Tat, spontan und ich log das Ding in der Regel direkt ein, er kann sich nicht
bewegen, genau was du sagst er hält mich aus seinem Leben konsequent raus. Wie kann
ich mich da vertrauensvoll hingeben und sagen jep komm her. Nein, ich weiß das alles
ist einseitig.> > Ich muss den Knaben hier nicht mehr im Hause haben, verstehst du was
ich mein? Ein Spät pubertierender Vogel mit einem extrem losen Mundwerk.> >Was sagt
Frank dazu?< >Was soll der schon sagen, du weißt wie er ist, kleiner zerstreuter Professor,
ihn tangiert das nicht so sehr wie mich, aber auch er muss den hier nicht haben.> >Du
kannst mir doch nicht vorschreiben wen ich hier einlade, ich wohne hier genau wie du, sag
ich was zu deinen Besuchern? Nein, mache ich nie. Was soll ich denn nur tun, ich habe das
Gefühl er gehört zu mir und ich liebe ihn so sehr.< > Milla, Kleines schau mich an, du musst
das beenden, ihr passt altersmäßig nicht zusammen, klar manchmal geht so was gut, aber
bei euch wird das nix. Er versucht dich ständig zu ändern, zu erziehen und das klappt in
deinem Alter einfach nicht mehr. Du hast deine Lebenserfahrung, du bist du und du bist
liebenswert so wie du bist. Beende es, ich bitte dich um deinetwillen. Du wirst immer
ernster und wo ist dein Lachen, deine Kindlichkeit, deine unverfrorene Albernheit, deine
Direktheit und deine extreme Lebenslust, wo ist das alles hin?<Milla saß leise weinend in
der Küche und schaute auf die Wand. Sie wusste in ihrem Inneren, er hat recht und es
geht so nicht weiter. Diese Liebe war einseitig, für ihn war es ein unterhaltsames und
schräges Feuilleton. Würde er sie ebenfalls lieben, würde er ihr nicht so zusetzen und auch
mal direkt was in die Hand nehmen. Aber so war es ja einfach, er stand da und forderte
ohne selber was zu geben. Hauptsache er stand gut da. Nein, ich glaube ich sollte das
beenden, so bitter und hart wie es war. >Also, schau das er hier nicht mehr aufläuft, ich
will mir das nicht mehr reinziehen oder besser gesagt, es kotzt mich an.< blökte Phil und
so kannte ich ihn gar nicht.
> Na? Du sagst gar nichts mehr.< >Ja ich dachte gerade an Phil, mein Mitbewohner.
Wir wohnen zusammen mit Frank in einer WG. Wir haben ein großes uraltes Landhaus
und jeder hat seine Räume dort, Küche und Garten benutzen wir gemeinsam. Ich liebe
dieses alte Haus, wir haben es sehr sorgfältig mit alten modernen Möbelklassikern
eingerichtet und es ist für uns alle drei eine Oase.< >War Phil dein Freund vorher?<
>Nein, nein, die beiden sind schwul aber so richtig geile schwule, meine besten Freunde
sozusagen und wir wohnen schon über 25 Jahres in dieser Konstellation. Wir sind
sehr glücklich so wie es ist. Phil war auch der erste der mir vor den Kopf sagte, diese
Beziehung zu Matteo ist mein Untergang, hab ich schon gesagt das meine große Liebe
Matteo heißt? Egal. Wir hatten vor Jahren einen richtigen Streit deswegen. Er hat gespürt
was passiert, er ist extrem feinfühlig und spürt vieles, sogar manchmal Dinge die man
selber noch nicht spürt.< > Mochte er Matteo nicht?< >Er hasste ihn, er hasste ihn
deshalb weil er mir wehtat und er mochte seine Art nicht, sein Auftreten.< >Tat er dir
denn weh?<
>Unsere Beziehung eskalierte immer wieder in den Telefongesprächen, er forderte
und forderte : steh morgens früh auf und Schlaf nicht immer so lange, arbeite mehr du
kriegst ja kein Tageswerk auf die Reihe, mach dieses und mach jenes, besorge uns eine
Wohnung, warum fahren wir nicht mal länger in Urlaub etc. etc. Es waren Forderungen
die mir die Luft zum atmen nahmen. Ich hatte dieses normal geregelte Leben gehabt,
mir dieses neue Leben erarbeitet und ich liebte es so wie es war. Sollte ich mein geliebtes
Landhaus, meine engsten Freunde verlassen? Ich konnte mich auf Matteo nie wirklich
verlassen und da konnte ich nicht mein Leben um 180 Grad drehen und alles aufgeben
für ihn. Ich konnte es einfach nicht und ich denke das hatte auch etwas mit meinem
Alter zu tun. Ich habe einfach andere Wurzeln und andere Werte und eine völlig andere
Lebenseinstellung.< >Diese Streits hören sich wirklich heftig und vor allem existenziell
an, kann ich verstehen, ich würde mein Leben auch nicht für einen anderen Menschen
einfach so hinschmeißen. Aber ich vermute mal die schönen Momente waren in der
Überzahl in dieser Zeit?< sagte Justine > Ja tatsächlich, kaum waren wir real zusammen,
war alles wunderbar, kein Streit, kein Zoff und keine Forderungen. Ich denke mal das Problem
war auch ich, mit meiner Art zu streiten. Ich sehe so etwas immer als Auseinandersetzung
und das auch im Wortsinne. Ich setze mich mit ihm auseinander, ich erkläre, ich versuche
Lösungen zu finden, kurz gesagt, ich gebe auch keine Ruhe und so waren es ewig endlose
grausame Debatten.
Fortsetzung folgt...